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Archive for the ‘Allgemein’ Category

Abspann

In den Hauptrollen:

Eva & Ulrich

Photographien:

Eva & Ulrich

Texte:

überwiegend Ulrich

Bildredaktion:

Eva

————————————————————————————————-

ENDE

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Epilog

Tja, da waren wir nun wieder zu Hause, der große Koffer leerte sich allmählich, im Keller schuftete die Waschmaschine… Und irgendwann kristallisierte sich heraus, daß ein Paar Sandalen abgängig war. Neu gekaufte, gerade vorgestern. Wir hatten doch soo gründlich im ganzen Zimmer geschaut, ob noch irgendwo was lag. Irgendwie schafft’s dieses Gepäck doch immer, sich hinter oder unter irgendwas zu verstecken. Dumm!

Eine Mail ans Hotel wurde umgehend beantwortet. Ja, die Sandalen seien gefunden worden, und gegen Preisgabe von Kreditkarteninformationen und einer Adresse würden sie uns die kleinen Ausreißer gern zusenden.

Was soll man sagen – hat alles wunderbar geklappt 🙂

Über das Hotel kann man manches Negative oder Lästerliche sagen bzw. schreiben – was ich wohl auch beides getan habe -, aber das Personal war eigentlich immer nett und zuvorkommend. Großer Pluspunkt.

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Abreisetag

Tja, viel zu schnell war er gekommen, der Tag der Abreise 😦 Dabei waren wir doch eben erst angekommen…

Das Hotel läßt seinen Gästen großzügigerweise bis 12 Uhr Zeit, die Zimmer zu räumen, so konnten wir es uns leisten, beim Aufwachen und Aufstehen nichts zu überstürzen. Wir haben es auch sauber hingekriegt, kurz vor 12 war alles – oder doch das Allermeiste – im Koffer, und unsere kleine Gepäckwaage zeigte, daß an den fluggesellschaftsseitig erlaubten 20 Kilogramm nur noch wenige Gramm fehlten (es sollte sich später erweisen, daß dieser Differenzbetrag genau dem Eigengewicht der Waage entsprach, die während des Wiegens notwendigerweise noch nicht im Koffer war; am Flughafenschalter zeigte die dortige Waage beim Einchecken genau 20,00 kg an).

Das Wetter war ungefähr so wie an unserem ersten Tag hier, stark bewölkt und diesig, ab und zu schaute die Sonne kurz hervor; nicht so schön wie in den letzten Tagen. Wir deponierten den Koffer im Hotel, denn wenn auch Abreisetag war, so hatten wir doch noch fast den ganzen Tag Zeit, bis wir uns am Flughafen einfinden mußten. Dann statteten wir zunächst „Nemrut“ unsere Abschiedsvisite ab. Einigermaßen gestärkt ging es weiter über die Ramblas zum Markt, wo wir prüfen wollten, ob die gestern angetroffene Qualität der Ware nicht nur ein zufälliger Glücksgriff war. Zu unserer Beruhigung erwies sie sich aber als konstant.

Gestern am späten Nachmittag hatten wir aus Erschöpfung die Fahrt mit der Hafenseilbahn ausfallen lassen (übrigens wären wir auch zu spät gekommen – der Betrieb endet um 19 Uhr, wir waren aber erst nach 18 Uhr von der Hafenrundfahrt zurück), jetzt wollten wir sie nachholen. Zu Fuß machten wir uns auf den nur einmal zwecks Garderobenanreicherung unterbrochenen Weg zur Station Paral·lel, der Talstation der Funicular de Montjuic (eine für den nicht-Katalanischkundigen seltsam aussehende Eigenschaft dieser Sprache ist, daß Doppel-l, wenn es nicht wie „j“ gesprochen werden soll, durch einen Hochpunkt, „punt volat“ genannt, getrennt wird). Wie schon am Montag fuhren wir mit dieser Standseilbahn (wie sicherlich schon allen klar war, gibt es in der Wikipedia auch über diese Bahn einen Artikel) ein Stück den Montjuic hinauf, gingen an ehemaligen olympischen Sportstätten vorbei, in denen, wie es aussah, gerade die internationale Möwen-Elite ihre Schwimm- und Kreischwettbewerbe abhielt, genossen einen durch besagte Sportstätten nur unwesentlich beeinträchtigten Blick über die Stadt und erreichten endlich Miramar, die Endstation der Hafenseilbahn (Wikipedia-Artikel? Aber sicher!). Erwartungsgemäß waren wir nicht die Einzigen, die fahren wollten, also hieß es mal wieder anstellen. Alle paar Minuten, wenn wieder eine Gondel angelegt hatte, rückten wir ein Stück vor.

Endlich waren wir dran! Und glücklicherweise standen wir bei Ankunft der Gondel ganz vorn in der Schlange, so daß wir freie Platzwahl hatten. Und los ging’s. Das Seil hängt durch, d.h. nach den ersten horizontalen Metern geht es erst einmal abwärts, wobei der Magen mit geringfügiger Verzögerung folgt. Die Aussicht ist wunderbar – wie wunderbar wäre sie wohl erst gewesen, wenn wir das schöne Sonnenwetter der letzten Tage gehabt hätten anstatt eines diesigen weißen Himmels. (Tja, so muß man leiderleider irgendwann nochmal hinfahren und die Tour bei Sonnenschein wiederholen…) Am mittleren Turm, Torre Jaume I, wurde langsam gefahren, der Schreiber dieser Zeilen kann sich aber nicht erinnern, daß dort gehalten wurde, wie es im Wikipedia-Artikel steht, schon gar nicht mehrere Minuten. Dann stürzten wir uns auch an diesem Turm, dem durchhängenden Tragseil folgend, wieder in die Tiefe und genossen die zweite Hälfte der Aussicht über Stadt und Hafen. Und viel zu schnell kamen wir am Ziel, Torre Sant Sebastià, an; wenn man bedenkt, wie lange es in der Schlange an der Stadtion Miramar gedauert hatte, bis endlich wieder eine Gondel eintraf, ist das unfair. Vermutlich ist in den altmodischen Gondelgehäusen heimlich ein kleines Zeitmaschinchen eingebaut. Warum tun die sowas?

Was uns in den ganzen Tagen in Barcelona komplett entgangen war (okay, es war auch so genug zu tun), ist der ziemlich schöne Sandstrand, der sich direkt hinter dem Yachthafen und in unmittelbarer Nähe des Turms erstreckt, und dann auch noch direkt am Meer! Da mußten wir jetzt natürlich gleich mal hin. Nicht zum Baden – es war sagenwirmal recht „luftig“ -, aber zum Schauen und Schönfinden. Es waren, kein Wunder bei dem Wind und der frischen Temperatur, nicht viele Leute da, auch wenn einige ganz Harte im Wasser herumtobten. Wer aber anscheinend vollzählig zum Dienst erschienen war, waren die unzähligen Händler und chinesischen Masseurinnen. Das Zahlenverhältnis von Händlern und Nichthändlern am Strand dürfte ungefähr bei 1:1 gelegen haben. Und die Damen und Herren Verkäufer und Dienstleister waren von einer unglaublichen Anhänglichkeit, Hartnäckigkeit und Lernresistenz.Während man bei den Indern, die Tücher verkauften und je nur eines bei sich hatten, vielleicht noch den Gedanken unterstellen konnte, ihre gerade abgeblitzten Kollegen hätten vielleicht einfach nicht die richtige Farbe dabeigehabt, fragt man sich, welche Hoffnung sich die massagekundige Chinesin Nr. 4 machte, der angesichts der wenigen Leute am Strand unmöglich entgangen sein konnte, daß wir in den vergangenen zwei Minuten ihre Kolleginnen 1 bis 3 ohne Massageauftrag von dannen geschickt hatten. Immerhin ein Pärchen, das Armreifen verkaufte und einen niedlichen kleinen Hund dabeihatte (ein wirklich cleverer Marketingtrick!), lachte und winkte nur freundlich zurück, als wir lachend und freundlich winkend unser Desinteresse bekundeten. Von denen abgesehen war es etwas lästig. Ein junger Mann bekam unsere Gereiztheit ab; wir hatten uns kurz auf dort herumstehenden Strandliegen, deren Benutzung was kostet, niedergelassen, und er tauchte auf, um seines Amtes zu walten und die Miete einzutreiben, als wir gerade Masseuse Nr. 3 und 4 etwas mühsam verscheucht hatten und jetzt so richtig in Fahrt waren mit dem Verscheuchen. Es dauerte einen Moment, bis wir verstanden, daß die Grundlage seines Besuches eine andere war. Aber wir wollten sowieso nicht bleiben und gingen unserer Wege.

Allmählich wurde es Zeit, das touristische Programm zu beenden. Aber ehe wir mit unserer Rückkehr ins Hotel die Abreise einleiteten, kehrten wir noch bei einem etwas vornehmeren Imbiß am Strand ein und aßen irgendwas Baguetteartiges. Später, schon wieder direkt beim Hotel, wurde noch ein Espresso nachgeschoben; und dann ging es zum Hotel, wo noch ein letzter administrativer Akt bevorstand: Unsere Bordkarten mußten gedruckt werden (wir hatten per Internet eingecheckt, aber mangels mitgebrachten Druckers nicht sofort die Papiere erzeugen können). An der Rezeption waren sie gern bereit zu drucken, man mußte die PDF-Datei nur irgendwie bei denen in den Rechner kriegen. Nach viel Hin und Her (u.a. temporäre Freischaltung eines Lobby-PCs, was ungefähr 4 Minuten lang funktionierte, dann war er wieder offline) gelang es, mit unserem glücklicherweise noch aktiven WLAN-Zugang der Rezeption die Datei per Mail zu schicken, und endlich hatten wir die Bordkarten.

Jetzt noch das Gepäck aus dem Lager geholt, und dann marschierten wir schweren Herzens ein letztes Mal zur Metrostation Jaume I (übrigens klarte das Wetter jetzt merklich auf – irgendwer wollte uns ärgern).

Schnell erreichten wir den Bahnhof Passeig de Gràcia (ihr habt doch nicht wirklich gedacht, daß Wikipedia keinen Artikel dazu hat, oder?), auf den wir uns nach den Erfahrungen auf der Anreise besonders gefreut hatten. Und wieder ging es treppab, treppauf, über Bahnsteige, durch lange Gänge, wieder treppauf und treppab, bis wir endlich auf dem richtigen Bahnsteig standen. Diesen teilten wir uns mit Hunderten und Aberhunderten anderer Reisender. Leider war die Zuganzeige am Bahnsteig kaputt, deshalb war nicht zu erkennen, ob hier noch ein früherer Zug abfahren sollte; und als die Abfahrtszeit unseres Zuges näherrückte, ohne daß sich ein anderer Zug blicken ließ, bekamen wir es allmählich mit der Sorge, am Ende könnten all diese Leute uns auf dem Weg zum Flughafen begleiten wollen. Aber 2 Minuten vor unserem kam dann doch noch ein recht schmuddeliges Fahrzeug, und nach dessen Abfahrt hatte sich der Bahnsteig spürbar geleert.

Wir waren sehr zeitig am Flughafen, gaben etwas nervös den Koffer auf – wie schon erwähnt, wog er genau 20,0 Kilo. Zur Sicherheitskontrolle war es ein ganz schöner Marsch durch die teils recht imposanten Hallen des Flughafens. Mein Rucksack durfte wieder mal mehrmals durch die Durchleuchtung fahren, aber ansonsten gab es keine Probleme. Mit dem guten Gefühl, kein Sicherheitsrisiko für die Luftfahrt darzustellen, strebten wir umgehend dem nächsten „Duty Free“ (schön wär’s)-Laden zu, um uns noch ein bißchen mit Lebensnotwendigem – Whiskey, Schokolade usw. – einzudecken. Interessanterweise bekommt man in Barcelona beim Kauf von Glasflaschen diese nicht wie z.B. in Wien zwangsläufig in solchen versiegelten Plastikbeuteln ausgehändigt, die auf irgendwelche wundersame Weise verhindern sollen, daß man die Flasche zerschlägt und mit den Scherben das Flugzeug entführt.

Nach einer Weile des Herumsitzens und -schauens am Gate, von wo aus man einen ganz netten Blick auf die Startbahnen hatte, wurde endlich unser Flug aufgerufen. Und wir lernten einige unserer Mitreisenden kennen – eine Schulklasse (vermutlich) von aufgeregten ca. 16-Jährigen. Irgendwann meinte man auch (vermutlich) zwei etwas Ältere in dieser Gruppe auszumachen, die dann wohl die Lehrer oder sowas waren, die aber eigentlich nicht weiter in Erscheinung traten.

Man betrat das Flugzeug über eine Passagierbrücke. Damit das einigermaßen flott ging, wurden zuerst nur die Inhaber der hinteren Sitze aufgerufen, darunter auch erstens wir und zweitens die Schulklasse. Kaum waren wir allesamt im Flugzeug angekommen, spielten sich dramatische Szenen ab. Die per Bordkarte zugeteilten Platznummern spielten keine Rolle mehr, Schülerin A wollte unbedingt neben Schülerin B sitzen, um mit ihr gemeinsam an einem MP3-Spieler zu lauschen. Schülerin C hatte ihren Fensterplatz an Schüler D abgegeben, weil dem sonst schlecht werde. Neben diesem hatte sich aber alsbald Schüler E niedergelassen, Schülerin C hatte also einen Gangplatz, was sie aber partout nicht wollte. Und so weiter. Und wir mittendrin.

Tatsächlich kam es dann aber irgendwann zu einer Sitzverteilung, mit der alle für anderthalb Stunden leben konnten, und bald danach wurde gestartet.

Der Flug war wunderbar ereignislos, er führte über Marseille, Nizza, Genua und Zürich nach Stuttgart. Ebenso ereignislos ging es weiter, der Koffer war nicht wesentlich kaputter als bei der Aufgabe in Barcelona, den Bus erreichten wir mühelos, und für das letzte Stück nach Oberesslingen durfte es ein Taxi sein.

Von Anfang bis Ende ein richtig schöner Urlaub!

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Heute galt es, zum zweiten Mal hintereinander sehr tapfer zu sein, denn schon wieder wollten wir früh raus. Naja, jedenfalls für unsere Verhältnisse früh. Ja, heute waren wir so todesmutig, bereits vor dem Frühstück was vorzuhaben! Es stand schließlich noch die Photosession der Casa Batlló mit sonnenbeschienener Fassade an, und die Sagrada Família war auch noch nicht unter jeder denkbaren Lichtbedingung abkonterfeit. Wohlan also, frisch mit Hypotonie und knurrendem Magen ins Verkehrsgetümmel gestürzt!

Am Passeig de Gracia tauchten wir aus der Metro auf, und bald stand sie vor uns, die Casa Batlló. Bzw. wir vor ihr. Gerade noch rechtzeitig, schon warfen die Balkons recht lange Schatten. Puh, ist das ein Frühaufsteherhaus! Dabei war gerade erst halb 12 vorbei! Aber wie es mit langen Schatten oft ist, sie hatten photographisch durchaus ihren Reiz.

Einstweilen genug der Sonne für unsere vom frühen Aufstehen geröteten Äuglein, schnell wieder hinab ins milde Kunstlicht der Metro – und ohne Rast und Ruh ging es weiter zur Sagrada Família. Deren Ostfassade (die weihnachtliche) erglänzte bei unserem Eintreffen noch im mittlerweile spätvormittäglichen Licht. Wir mischten uns unter das schon wieder recht reichliche Volk in dem Miniatur-„Park“ mit dem kleinen Teich vor der Kirche (dem satten Ausdruck in den Gesichtern der meisten Leute war zu entnehmen, daß das Volk mehrheitlich schon gefrühstückt hatte und wir so gesehen einer Minderheits-Volksgruppe angehörten), betrachteten das Bauwerk und belichteten die Sensoren.

Nach einer Weile des Betrachtens und Belichtens stiegen wir abermals in die Unterwelt hinab, um nach soviel seelisch Erhebendem endlich auch der leiblichen Erbauung zu frönen – der Schreiber dieser Zeilen hatte einen Kaffee und was zu beißen inzwischen verdammt nötig. Ohne Umschweife (aber mit einmaligem Umsteigen) brausten wir zurück zu unserer Metro-Station Jaume I (nur wegen der Verrücktheit: die englische Wikipedia hat auch einen – ziemlich entbehrlichen – Artikel über diese Station) und saßen wenige Minuten später bei Kaffee, Tee, Tostadas, Croissants und Orangensaft vor dem „Nemrut“ in der Sonne.

Allseits gestärkt machten wir uns wieder auf, um nach 1 Tag der Entbehrung endlich mal wieder ein Gaudí-Haus zu besichtigen 😉 Unser Ziel war der Palau Güell (Wikipedia hat einen überraschend mäßigen Artikel dazu) in einer Seitenstraße der Ramblas, nicht weit zu gehen.

Man spürt förmlich die Nähe Gaudís, wenn man sich dem Hause nähert. Gegenüber gibt es ein „Hotel Gaudí“, ein „Supermercat Gaudí“, eine „Botiga Gaudí“, ein „Art Gaudí“… um die Ecke in einem anderen Hotel eine „Bar Gaudí“ – ja, sie wissen schon, was sie an ihm haben…

In der recht engen Straße ist vor dem Palau Güell ein Stück des Gehweges der Länge nach mit einem Absperrband abgeteilt, dort steht man nach Eintrittskarten an. So weit, so gut, und mit schlappen 10 Euronen Eintritt per Nase hatten wir fast das Gefühl, billig davongekommen zu sein. Fast.

Jetzt wurde es etwas absonderlich. Die Kartenverkäuferin schickte uns mit unseren Eintrittskarten ein paar Meter weiter die Straße runter, wo wiederum die Hälfte des Gehweges mit Absperrband abgeteilt war und wo auch schon ein paar Leute standen. Dort sollten wir uns ebenfalls hinstellen und warten, bis man uns einlasse. Jetzt fiel uns auch auf, daß auf den Eintrittskarten eine Uhrzeit stand, 14 Uhr 45. Noch ein knappes Viertelstündchen. Wir nutzten diese Zeit, um darüber nachzudenken, was dieser Mumpitz wohl solle. Der nächstliegende Gedanke wäre wohl, daß sie immer nur eine definierte Anzahl von Besuchern im Haus haben wollen; aber da man sich drinnen zwar nicht ganz frei, sondern auf vorgegebenen Wegen und in vorgegebenen Richtungen, aber durchaus in vollkommen freier Zeiteinteilung bewegen kann, und da man beim Verlassen keine Zählanlage passieren muß, über die man auf das Kontingent der Einzulassenden einwirkt, ist das einfach eine blöde und zeitraubende Idee ohne nennenswerten Nutzen. Nun ja.

Die verheißene Zeit des Einlasses war gekommen, schon vor ein paar Minuten, da kam eine gestrenge Dame von der Haus-„Verwaltung“ und holte den ersten Teil der Wartenden ab; der Rest, uns eingeschlossen, wurde gebeten, noch „one second“ zu warten. Ich habe auf die Uhr geschaut – es war erheblich länger, bis auch wir endlich hinein durften.

Beim Hineingehen wurde der Schreiber dieser Zeilen zunächst einmal streng ermahnt, seinen Rucksack in ein Schließfach zu sperren. Zwar ist das ganze Haus praktisch frei von Einrichtungsgegenständen oder anderweitig Klaubarem, aber „wenn’s der Wahrheitsfindung dient“…

Jeder Besucher bekam so einen „Audio-Guide“ in wählbarer Sprache, ein Gerät ähnlich einem etwas älteren Funktelephon mit Tastatur und kleinem, praktisch nutzlosem Schwarzweiß-Display. An jeder touristisch relevanten Stelle im Haus stand an der Wand eine Nummer; tippte man die in das Gerät ein und drückte dann den grünen Knopf, kriegte man was zu dieser Stelle Passendes erzählt und ggf. auch noch Bilder angezeigt. So weit, so gut, so prinzipiell praktisch. Leider hatten diese Dinger zwar ausgefuchste Methoden der Navigation innerhalb der einzelnen „Stationen“ und zwischen ihnen, aber eine wichtige Kleinigkeit nicht: Einen Lautstärkeregler. Hielt man sich den kleinen Klugschnacker „richtig rum“ ans Ohr, flog einem das Trommelfell zum anderen Ohr raus. Hielt man ihn anders herum, um die Längsachse gedreht, ans Ohr, war die Lautstärke einigermaßen angenehm, aber die hauptsächliche Schallabstrahlung erfolgte in den Raum, in dem (der restriktiven Einlaß-Politik zum Trotz) jeweils eine größere Anzahl von Menschen sich aufhielt, jeder seinen Brüllaffen ans Ohr haltend, die meisten wohl „falsch herum“. Es war eine babylonische Brabbelei.

Das Haus ist beeindruckend. Sehr beeindruckend. Der Auftraggeber, Eusebi Güell (Wikipedia-Artikel? Na klar) gehörte sagenwirmal nicht zu den Armen, allerdings auch nicht einfach zu den Reichen, sondern zu den richtig, richtig Reichen – elterliches Erbe, reiche Heirat und erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit ergänzten sich aufs Eleganteste -, so daß er es sich leisten konnte, Gaudí den Bau-Auftrag zu erteilen, ohne einen Kostenrahmen vorzugeben.

Die Eingangstüren sind so groß, daß man mit Kutschen hineinfahren konnte. Diese fanden (damals; heute nicht mehr) im Erdgeschoß ihren Platz, während die Pferde vom Stallpersonal über Rampen in die Ställe im Keller geführt wurden und die Insassen der Kutschen sich inzwischen über schöne Treppen in die hochherrschaftlichen oberen Etagen begaben.

Die Decken bestehen aus exotischen Hölzern und sind reich bis überreich mit Schnitzwerk versehen. Vom – sicherlich ästhetisch damit korrespondierenden – Mobiliar ist leider fast nichts mehr vorhanden.

Das Herzstück des Hauses bildet eine Privatkapelle, die sich über mehrere Etagen erstreckt. Es gibt eine Orgel in der obersten Etage, der ursprünglich zugehörige Spieltisch ist ganz unten (das muß für den Organisten seltsam gewesen sein). Das Haus ist leider im Bürgerkrieg beschlagnahmt worden und diente während der gesamten Franco-Zeit irgendwelchen profanen staatlichen Zwecken, wodurch es in einen recht schlechten Zustand geriet. Die Orgel ist dabei total vor die Hunde gegangen und mußte in den 90er Jahren komplett (bis auf wenige Prospekt-Teile) erneuert werden, wobei dann auch gleich ein neuer Spieltisch direkt bei der Orgel installiert wurde.

Kein Gaudí-Haus ohne schöne Dachterrasse, auf der etliche Schornsteine in phantasievollen Formen und teils bunten Farbmustern stehen. Man hat eine herrliche Aussicht.

Ganz benommen von diesem Prachtbau fanden wir uns geraume Zeit später auf den Ramblas wieder. Ganz in der Nähe wartete schon das nächste Ziel auf uns – der Markt! Eine Ansammlung von Ständen inmitten tausender und abertausender Menschen unter einem Dach. Obst, Fisch, Obst, Fleisch, Obst, Gemüse, Obst, Gewürze; hin und wieder, meist flankiert von Obstständen, ein kleiner Ausschank. Die Obststände präsentieren sich in erster Linie für Touristen, man bekommt die verschiedensten Obstsäfte in jeder denkbaren Mischung und abgepackte Obststückchen-Sammlungen in verschiedenen Packungsgrößen – daneben natürlich auch unversehrtes Obst. Dem Schreiber dieser Zeilen fiel bei seiner charmanten Begleiterin ein seltsam glasiger Blick und ein schneller Puls auf, während wir uns von Obststand zu Obststand bewegten. Kein Zweifel – diese Symptome deuteten auf einen schweren Mangel an frischem Obst hin, sofortiges Handeln war notwendig. Nein, eigentlich nicht; sofortiges Kaufen (ohne zu handeln) war notwendig! So verließen wir, schwer bepackt mit Vitaminen in fester und flüssiger Form, die Markthallen.

Gemütlich schlenderten wir die Ramblas runter bis zum Hafen, wo unser letzter Programmpunkt dieses erholsamen Urlaubstages auf uns wartete – eine Hafenrundfahrt. Davon gibt es zwei Varianten: eine zweistündige und eine gut halbstündige. Verglichen mit z.B. Hamburg ist der Hafen von Barcelona recht sagenwirmal übersichtlich; insofern erschien uns die kurze Variante ausreichend. Bis zum Auslaufen des Bootes war noch eine halbe Stunde hin, so konnten wir noch in aller Ruhe unvernünftige Mengen von Obst vertilgen und ein wenig am Ufer rumsitzen. Faszinierend – während im „Landesinnern“ bis wenige Meter vom Wasser entfernt nur ein leichter Wind ging, blies uns auf diesen letzten paar Metern plötzlich eine steife Brise entgegen. Mäßig fröstelnd hielten wir unsere Nasen in die Brise und schauten den Schwärmen von größtenteils jungen Möwen auf dem Wasser und von größtenteils jungen Menschen am Ufer zu.

Dann war es soweit, das Boot (eine kleine Personenfähre) legte an,  und wir gingen an Bord. Das Boot hatte, wie bei Fähren verbreitet üblich, kein definiertes „vorne“ und „achtern“, sondern an beiden Enden einen „Fahrstand“ (Brücke wäre wohl etwas übertrieben), und dieser Janus-Natur wurde u.a. dadurch Rechnung getragen, daß bei den Sitzbänken auf dem Oberdeck die Rückenlehnen hin- und hergeklappt werden konnte, so daß die Fahrgäste freie Wahl hatten, ob sie vorwärts oder rückwärts fuhren.

Die Fahrt verlief unkommentiert, jeder Fahrgast mußte selber wissen, was er da sah und wie er das zu finden hatte. Am Anfang passierte man einige Luxusyachten, größtenteils solche rundgelutscht wirkenden Angeberfahrzeuge, bei denen jeder Zentimeter Rumpflänge und Masthöhe „Stinkreich“ sagt, aber auch ein eigentlich ganz hübsches Schiff, dessen Bauart unschwer erkennen ließ, daß es sich um ein älteres Semester handelte. Es war die „Talitha G“, inzwischen über 80 Jahre alt, nach wechselvoller Geschichte jetzt im Besitz der nicht unbedingt dem Prekariat zuzuordnenden Familie Getty. Eigentlich ein sehr schönes Schiff – wären da nicht die zwei fetten, mülltonnenförmigen Schornsteine mittschiffs, die das Bild verschandeln. Weiter ging die Fahrt an allerlei großen und kleineren Frachtschiffen vorbei, und wir sahen das letzte einer Reihe von Kreuzfahrtschiffen, die in den letzten Tagen hier gelegen hatten, auslaufen – so ein schwimmendes Hochhaus.

Die Fahrt war ganz lustig, aber wie schon oben angedeutet ist dieser Hafen nicht vergleichbar mit z.B. dem Hamburger Hafen, und dasselbe gilt auch für die Hafenrundfahrt.

Eigentlich hatten wir noch vor, einmal mit der Hafenseilbahn zu fahren, einem eigentlich ausschließlich dem touristischen Vergnügen dienenden Verkehrsmittel, das zwischen dem Montjuic und einem Turm am Hafen hin- und herfährt; aber wenn auch der Turm in Luftlinie nicht weit weg war, wäre es doch ein ganzes Stück zu gehen gewesen (bis zum anderen Ende auf dem Montjuic sowieso); so fiel dieser Programmpunkt für heute der allgemeinen Erschöpfung zum Opfer.

Mit einer Abschiedsvisite in dem kleinen Restaurant „Ample 24“ und einigen Abschieds-Mojitos im „Hook“ klang der Tag, unser letzter voller Tag in Barcelona, aus.

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Türgriff-Rätsel

Bei den älteren Metro-Zügen in Barcelona muß man zum Öffnen der Türen einen Griff ziehen wie in den meisten älteren Metro-Zügen der Welt. Im Unterschied zu allen anderen Metro- Zügen (welchen Namen sie auch immer tragen), die der Schreiber dieser Zeilen bislang gesehen hat, muß man hier aber den Griff nicht nach außen, in die Richtung, die die zu öffnende Tür nehmen soll, ziehen, sondern entgegengesetzt, nach innen. Weniger intuitiv geht’s wohl nicht.

Der Griff sitzt als „Exzenter“ auf einer waagerecht quer zur Fahrtrichtung liegenden Achse, deren Drehung den Türöffnungsmechanismus auslöst. Man hätte den Griff um 180° versetzt auf der Achse anbringen können, die Betätigung wäre dieselbe geblieben. Es gibt also keinen Grund, den Türgriff so zu gestalten (Design-Gründe lasse ich nicht gelten).

Warum machen die sowas? Bin ich ein Sicherheitsfanatiker?

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Zur Feier unseres Hochzeitstages am 2. Mai hatten wir ein Alternativprogramm vor. Unser heutiges Ziel hieß Montserrat, eine ca. 50 km landeinwärts inmitten zackiger Berge (daher der Name) gelegene Pilgerstätte (natürlich weiß Wikipedia was drüber). Einmal stündlich fährt von der Plaça d’Espanya ein Zug dorthin, man bekommt eine  Fahrkarte, die sowohl für den Zug als auch für die Zahnradbahn bzw. Seilbahn gilt, die einen dann dort hinaufschaukelt. Wir waren (für unsere Verhältnisse) recht früh, erstens hinsichtlich der Tageszeit überhaupt, zweitens hinsichtlich der Abfahrt des nächsten Zuges, am Bahnhof. Mit den Fahrkartenautomaten war es so eine Sache – einer war kaputt, an einem werkelten gerade einige Leute herum und am dritten stand eine längere Schlange; zwischen ihr und dem Automaten schien dann auch noch ein Offizieller vermittelnd tätig zu sein (möglicherweise, damit der nicht auch noch kaputtgemacht wird), und alles wirkte recht langsam. Aber da gab es auch noch einen Stand, an dem erstens etwas von einer Fahrt nach Montserrat stand und zweitens ein momentan unbeschäftigt wirkender Mann. Der Schreiber dieser Zeilen ging hin und fragte, ob man bei ihm Fahrkarten bekommen könne. Ja, war die Antwort. Und ob man mit Kreditkarte zahlen könne. Ja. Okay, dann bitte für 2 Personen, und hier ist meine Kreditkarte. Der Mann füllte ein Formular aus und tat was? Er gab mir das Formular und verwies mich an den vermittelnden Menschen an der Spitze der Schlange vor dem Automaten. Na danke, wie wohltuend, drüber geredet zu haben… <grummel>.

Zum Glück war noch genug Zeit, am Automaten ging es tatsächlich voran, und mit tatkräftigem Zuschauen und Zureden des Vermittlungsmännchens war bald tatsächlich eine kombinierte Fahrkarte Zug/Zahnradbahn erworben und der Zug erklommen.

Die Zugfahrt sollte etwas über eine Stunde dauern, deshalb hatten wir die Laptops mit, um im Falle unspektakulärer Umgebung mit der Blogschreiberei und -bebilderung etwas voranzukommen. Tatsächlich fuhr der Zug in der Stadt unterirdisch und auch danach durch keine wirklich reizvolle Gegend, so daß die Fahrt tatsächlich der Berichterstattung zuträglich war.

Wir hatten, als man sich allmählich dem Ziel näherte, der mehrsprachigen Durchsage nicht zugehört, daß die Reisenden, die per Zahnradbahn nach Montserrat wollten, nicht an der Station Montserrat-Aeri aussteigen sollten, sondern an der folgenden Station Monistrol de Montserrat, und fanden uns inmitten einer größeren Anzahl Mitreisender auf dem Bahnsteig von Montserrat-Aeri wieder. Pech, so verfiel unsere Hin-Fahrkarte mit der Zahnradbahn; Glück, denn so kamen wir (für 6 Euro) in den Genuß der Seilbahnfahrt.

Der Berg, auf dem das Kloster liegt, ist tatsächlich recht zerklüftet und eindrucksvoll, allerdings finde ich „zackig“ angesichts der doch eher runden Felsformationen nicht hundertprozentig treffend.

Die über 80 Jahre alte Seilbahn trug uns steil empor, mitten hinein in die rund-zerklüfteten Felsformationen. Und da lag es, das Kloster, oder sagen wir doch lieber, das Pilgerzentrum. Ich gebe zu, nicht allzu intensiv den Reiseführer über Montserrat studiert zu haben und daher einer eher diffuse Vorstellung anzuhängen, wie es in so einem Bergkloster wohl aussieht; aber zu dieser Vorstellung gehörte jedenfalls nicht lebhafter Autoverkehr (blitzschnell und messerscharf schloß ich, daß es außer Seil- und Zahnradbahn wohl noch einen dritten Weg hier herauf geben muß) zu Füßen siebenstöckiger Gründerzeit-Fassaden, wie man sie in Barcelona allenthalben antrifft, die aber hier auf den ersten Blick etwas seltsam anmuteten. Anscheinend sind es doch erhebliche Pilgermassen, die hier Unterkunft suchen.

Selbst die Kirche verbirgt sich hinter der hohen Fassade einer Pilgerherberge. Wir brauchten allerdings trotzdem nicht lange, um sie zu finden. Vor ihrem Eingang bot sich ein seltsam zweifaches Bild. In der Mitte war ein reges Treiben von Leuten, aber man kam, ohne anstehen zu müssen, in die Kirche hinein. Ganz rechts aber stand eine lange Schlange,die sich durch das ganze rechte Seitenschiff bis hinter den Altar fortsetzte. Das waren (wohl überwiegend) Pilger, die zur Mare de Déu de Montserrat (wen’s interessiert: Wikipedia weiß was) wollten. Wir haben mal Verzicht geübt.

Im Innenhof vor dem Kirchenportal sind zwei große Tafeln angebracht, die wir zuerst für verschnörkelte Stammbäume hielten, die aber einfach eine verschnörkelte Liste von Marien-Wallfahrtsstätten darstellten und eine verschnörkelte Liste von heiligen Ordensleuten und mit ihnen verbundenen Örtlichkeiten sowie weiterer Örtlichkeiten, das Ganze oberhalb (soll wohl heißen, auf der Basis) von Monte Cassino – die genauere Bedeutung hätte sich dem Schreiber dieser Zeilen vielleicht erschlossen, wenn er die Tafel nicht so photographiert hätte, daß die vierbuchstabige Abkürzung oben nicht durch eine Lampe teils verdeckt wurde – mit _ S P B weiß ich in diesem Zusammenhang nix anzufangen.

In der recht schwach beleuchteten Kirche war viel los – Andächtige und Touristen dürften sich etwa die Waage gehalten haben. Vor dem Altar ging auf einmal Licht an, und ein Frauenchor trat auf. Nicht ganz schlecht, allerdings zeigte sich wieder mal, daß die Hinzunahme von Männern zur Abrundung des Klanges nicht unerheblich beiträgt.

Auch vor der Kirche hatten wir schon mehrere chorartig aussehende Gruppen gesehen und uns gewundert, wieso sie sich auf ihren Ausflug hier herauf in Auftritts-Zwirn geworfen hatten. Anscheinend kann jeder Chor (möglicherweise mit Voranmeldung zwecks Koordination) einfach kommen und findet in der Kirche den ganzen Tag ein Publikum.

In der Kirche sind hinten, unweit des Einganges, zwei Orgelprospekte, einander gegenüber angeordnet. Der linke sieht tatsächlich aus wie eine Orgel, der rechte wirkt auf den ersten Blick wie eine der Symmetrie dienende Attrappe, aber nicht besonders sorgfältig – zwischen den Pfeifen scheint das Licht der dahinter liegenden Fenster hindurch, und der Gedanke „Es war einmal ein Lattenzaun mit Zwischenraum, hindurchzuschaun“ drängt sich förmlich auf. Erst beim gründlicheren Betrachten der Photos kam mir die Idee, die „Latten“ könnten vielleicht doch echte Orgelpfeifen sein. Eine eigenartige Konstruktion.

Wir verließen die Kirche wieder und strebten auf ein Käffchen und eine Kleinigkeit zu essen der örtlichen Bar (dieses Bergkloster hat wirklich alles) zu. Danach wollten wir einen kleinen Spaziergang machen und folgten einem Weg, d.h. eigentlich fast durchweg einer Treppe, die jenseits der Gebäude den Berg hinaufführte. Es war, was wir einstweilen nicht wußten, der Weg, der das Kloster mit einer Reihe von Eremitagen verbindet. Steil ging es immer weiter hinauf und versprach zugleich Ermattung und schöne Aussicht. Nach längerem Emporsteigen erreichten wir die Reste der Einsiedelei St. Anna in wildromantischer Berglandschaft. Ein Wegweiser teilte mit, daß es eine Viertelstunde Weges sei bis zur Bergstation der Standseilbahn „Funicular de Sant Joan“ (kaum zu glauben, es gibt sogar einen – relativ entbehrlichen – Wikipedia-Artikel dazu, allerdings nur auf Englisch); das war doch ein annehmbares Angebot. Also machten wir uns nach einem Päuslein wieder auf, der Weg war inzwischen zwar nicht eben, aber auch nicht mehr so beharrlich aufwärts gerichtet. Gelegentlich ging es unweit des Weges ungeniert steil in die Tiefe, man hatte jedoch davon Abstand genommen, die schöne Aussicht durch Geländer o.dgl. zu verschandeln.

Nach einer gefühlten halben Stunde Weges (möglicherweise wirklich nach einer halben Stunde – wir waren nicht besonders zügig  unterwegs) verkündete ein weiterer Wegweiser, die Einsiedelei St. Anna sei 15 Minuten Weges entfernt, zur Seilbahnstation seien es nur noch 10 Minuten. Naja… Wie auch immer, nach einer weiteren Weile des Wanderns tauchte hinter einer Felsecke tatsächlich das schmucke, aber hier oben stilistisch irgendwie deplaziert wirkende Stationsgebäude auf. Und wenige Minuten später waren wir wieder zurück in Montserrat.

Allmählich wurde es Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Also schleppten wir uns zur Zahnradbahn „Cremallera de Montserrat“ (ja, auch über diese gibt es einen Wikipedia-Artikel) und zuckelten mit schöner Aussicht talwärts. Eine gute Stunde später erreichten wir wohlbehalten Barcelona. In einer Bar knabberten wir ein paar Tapas und stießen mit (je) einem Glas Sekt auf unseren Hochzeitstag an.

Jetzt mußte ein sehr drängendes Problem angegangen werden – des Schreibers dieser Zeilen Herzallerliebste hatte nichts anzuziehen. Zum Glück gibt es in der Stadt zwei oder drei Geschäfte, in denen hilfsbereite Verkäufer bereitwillig alles tun, um diesen schrecklichen Zustand zu beenden. Eines dieser Geschäfte suchten wir auf, und bald war auch diese Krise überwunden 😉 Auf wehen Füßen erreichten wir schließlich das Hotel.

Aber wir hatten noch weitere Pläne, deshalb blieben wir nicht lange. Mit Stativ und Reissack fuhren wir zur Sagrada Família, um dort Nacht-Photos zu machen. Aber noch war es nicht dunkel, deshalb suchten wir erst einmal ein tibetisches Restaurant in der Nähe auf, das wir neulich entdeckt hatten. Lecker! Im Lokal lief seeeehr meditative Musik, sehr lange Stücke mit für unsereinen recht wenig musikalischer Entwicklung…

Vor der Sagrada Família standen mehrere Leute mit ihren Kameras – etlich blitzten unverdrossen die Fassade an. Was das für schöne Bilder geworden sein mögen… Zufrieden mit unserer Jagdbeute machten wir uns gegen Mitternacht wieder auf den Weg. Anders als in gewissen südwestdeutschen „Großstädten“ fuhr die Metro immer noch in sehr engem Takt, und so waren wir bald wieder daheim. Eigentlich sollte ein kurzer Besuch im „Hook“ dem Tag einen würdigen Abschluß geben; aber leider war der Laden heute geschlossen, deshalb mußten wir den würdigen Abschluß im Hotel improvisieren.

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3 kurze Videos

2 Videos von Sardana-Tänzern vor der Kathedrale von Barcelona:

Video 1

Und hier ist die nette Gruppe aus dem Parque Güell:

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